Regionales

Die Grafen von Calw


Siegel der Grafen von Calw aus der Reihe Geschichte einer Stadt "Die Grafen von Calw" mit Genehmigung vom Stadtarchivar Paul Rathgeber

Graf Adalbert I baute das castellum Kalwa.
Als Papst Leo IX im Jahr 1049 seine Verwandten (seine Schwester und deren Gemahl) am Nordrand des Schwarzwaldes besuchte verlangte er die Wiederbelebung des Aurelius-Klosters von Hirsau.

Graf Adalbert II und seine Frau Wiltrud waren religiöse Menschen und mühten sich, das Kloser Stankt Aurelius wieder zu errichten. Die Rückgabe des alten Klosterbesitzes und Schenkung weiterer Grundstücke, Orte und Kirchen standen am Anfang eines guten Verhältnisses. Es kamen Mönche aus Einsiedeln um das Kloster zu bevölkern. (1065)
Unter Abt Wilhelm von Hirsau wurde das Kloster zum bedeutensten Kloster der monazistischen Reform nördlich der Alpen.

Pfalzgraf Gottfried (1075-1131) verheiratet mit Luitgard von Zähringen war ein enger Freund von Kaiser Heinrich V.
In der Zeit von 1111 bis 1114 wird er in verschiedenen Urkunden als Zeuge genannt. In einem der Dokumente wird er
mit dem Zusatz de Suewa gekennzeichnet.
Der Kaiser gab ihm die Pfalzgrafenwürde bei Rhein (1114) die er bis zu seinem Tode innehatte.
Dieser Aufstieg vollzog sich in engsgter Anlehnung an den Herrscher und verlangte die dauerhafte Anwesenheit bei Hof,
bot aber auch die Möglichkeit der Einflussnahme und Beteiligung an der Reichspolitik.
Gotttfried von Calw ist in 61 Urkunden von Heinrich V. zu finden.
Die wichtigste davon ist das Wormser Konkordat (1122) die den Investiturstreit beendete.
In der Zeugenliste folgen nach den geistlichen Fürsten die Herzöge von Bayern, Schwaben, Oberlothringen und Zähringen. Auf zwei Markgrafen von Vohburg und von Sponheim folgt der Pfalzgraf Gottfried vor dem bairischen Pfalzgrafen Otto.
Als Heinrich V im Jahr 1116 wieder nach Italien zog wurden Friedrich II von Schwaben und Pfalzgraf Gottfried als Reichsverweser eingesetzt.
Nach dem Tod des Kaisers Heinrich V. war Gottfried an den Vorbereitungen zur Königswahl beteiligt.


Wilhelm von Hirsau


Abbildung aus dem Reichenbacher Codex

Wilhelm wurde zwischen 1026 und 1031 geboren und ist von bayrischer Abstammung. Er wurde im Alter von etwa 4 bis 7 Jahren in die Obhut des Klosters St. Emmeram übergeben, als "pueri oblati", wie damals üblich. Er erhielt eine umfassende Ausbildung und war in allen Wissenschaften bewandert.

Die Berufung eines Mönchs knüpft an eine uralte Mönchstration an. Im 11. Jahrhundert in den Schwarzwald zu gehen, glich einem Gang in die Wüste. Der Schwarzwald war nur an den Rändern und Ausläufern spärlich besiedelt.
Am 28. Mai 1069 gelangte die Regensburger Gesandtschaft mit Wilhelm in Hirsau ein.

Wilhelm war angetreten, das benediktinische Mönchtum zu erneuern.
Er wollte die Unabhängigkeit und die Freiheit von äußeren Einmischungen.
Nach langem Ringen mit Graf Adalbert erlangte er am 09. Oktober 1075 von König Heinrich dem IV. einen Vertrag mit Vorrechten, sogenannten Privilegien, die ihm die volle Freiheit des Klosters für jetzt und alle folgenden Zeiten von weltliche Gewalt gewährten.
Das in Worms ausgestellte Dokument, bekannt unter dem Namen "Hirsauer Formular" beginnt mit den Worten "Im Namen des heiligen und ungeteilten Dreifaltigkeit, Heinrich, König von Gottes Gnaden...
Wilhelm von Hirsau schätzte den Adel der Seele höher als den Adel der Geburt. Das festgefügte, starre mittelalterliche Ständesystem fand an den Klostermauern seine Grenzen.
Die Hirsauer Mönche lebten in harter Askese nur vordergründig für sich. Sie strebten vielmehr danach, auf die Umgebung zu wirken mir dem Ziel, das Christentum tief in der Bevölkerung zu verankern.

Die heute noch sichtbaren Spuren zeigen die Bautätigkeit von Wilhelm. 1082 entschied er sich für einen Neubau unter Beibehaltung des alten Klosters. Entwurf und Ausführung der neuen Klosterkirche hatten gewaltigen Ausmaße. Der Bau und seine Ausstattung gründeten wegweisend den sogenannten "Hirsauer Baustil".
Die Einweihung des Peter und Paul Münsters von Hirsau wurde im Mai 1091 gefeiert. Nur 2 Monate am 05. Juli stirbt Abt Wilhelm in der Fülle seiner Jahre.

Zerstört wurde die Anlage im Jahre 1692 durch die brandschatzenden Truppen des französischen Generals Ezéchiel Melac.