Wie haben die Menschen gelebt

Die Sprachen

Das Reich der salischen Herscher war vielsprachig. Es umfaßte Landschaften, in den Menschen verschiedener ethnischer Herkunft lebten. In seinem Zentrum wurde deutsch gesprochen, das sich entwicklungsgeschichtlich während dieser Zeit vom Althochdeutschen ins Mittelhochdeutsche verwandelte.
In den einzelnen Regionen wurden Dialekte gesprochen wie Altnordisch, Altsächsich, Altfränkisch, Altschwäbisch oder Alemanisch, Slawisch, Altfranzösisch, Altitaljenisch usw.
Die Vielfalt der Sprachen im Reich besaß allerdings einen Überbau, der von Kirchen und Rechtswesen getragen wurde: die lateinische Sprache. Sie war im Ritus des Gottesdienstes ebenso allgemein wie in der Schriftlichkeit der Rechtsakte.

"Nu denchent, wib unde man,
war ir sulint werdan,
ir minnont tisa brodemi
unde wanint iemer hie sin"


Mit diesen Worten beginnt ein 19 Strophen umfassendes Lehrgedicht über die Vergänglichkeit der Welt und die wahre Bestimmung des Menschen: "Nun bedenket Frau und Mann" kann übersetzt werden " was ihr werden sollt (oder wofür ihr bestimmt seid), ihr liebt diese brodemi und wähnt immer hier zu sein" -Bodemie- läßt sich nur schwer ins moderne Deutsch übertragen. Der Ausdruck meint das Vergängliche, das Zerbrechliche, das Schwindende und steht für das Ganze der hiesigen Wirklichkeit.

"Daz machot al ein Noker"
Gemeint ist wohl niemand anders als Nogger von Zwiefalten, der erste Abt des von Hirsau gegründeten Tochterklosters.

Die Betonungen entsprechen den noch heute verwendeten.


Welche Kleidung haben die Menschen getragen

Zur Herstellung von Kleidung wurden alle Pflanzen verwendet die lange Fasern lieferten ( z.B.Flachs, Brennesseln).
Ebenso Wolle und Leder.
Leibhemd, Bruche und Untergewänder wurde vornehmlich aus Leinen und Nesselstoff hergestellt.
Oberbekleidung wie Kotte und Gewand vielfach aus Wolle. Schuhe aus Leder oder Holz hergestellt.
Wolle wurde sowohl gefilzt als auch verwoben und versponnen zu Wolle die wiederum zur Herstellung von Socken gebraucht wurde.
Socken wurden in der Nadelbindtechnik hergestellt. Der Faden mittels Daumenschlingen verbunden und genäht.
Die Kleidung war handgenäht und die Schuhe wendegenäht.
Die Stoffbahnen konnten nur bis zu einer Breite von ca 90 cm verwoben werden. Für eine bessere Paßform der Gewänder wurden sogenannte Geren eingesetzt. Das sind Dreiecke die z.B. am Oberarm für mehr Beweglichkeit sorgten.

Wir bieten auf Mittalterlagern einen halbstündigen Vortrag über die Gewandung im 11. Jahrhundert an.


Was haben die Menschen gegessen

Gegessen wurde alles was nicht giftig war.
Wildes Getreide, Wildkräuter, Pilze und Wurzeln.
Es wurden je nach Region und Bodenbeschaffenheit eine Vielzahl von Nutzplanzen angebaut.
Flachs der sowohl zur Herstellung von Fasern und Öl diente. Dinkel, eine frühere Form von Weizen,
Hafer, Gerste, Weizen und Hirse.
Das alltägliche Essen waren Getriedebreie die satt machten und unkompliziert waren in der Herstellung.
Jeder Haushalt stellte selbst Bier her und es wurden Getreidefladen gebacken.
Ebenso wurde Milch verwendet und Milchprodukte hergestellt. Fleisch wurde getrocknet oder geräuchert.
Auch auf den Burgen wurde einfach gegessen. Nur zu Festen wurde feine Speißen gekocht.

Wir bieten auf Mittalterlagern einen halbstündigen Vortrag über die Ernährung um Mittelaltel an.
Ein weiterer Vortrag heißt " An der ritterlichen Tafel"


Wie haben die Menschen gewohnt

Das Gesellschaftsbild dieser Zeit teilt die Menschen in 3 Gruppen
Die Geistlichen dienen Gott durch Beten, Gottesdienst und Belehrung. (Oras)
Die Aufgabe der Vornehmen ist es, die Kirche und die Waffenlosen zu schützen. (Miles)
Die Arbeitenden dienen für den Unterhalt der beiden anderen. (Laboras)

In den ländlichen Siedlungen, in denen die überwiegende Anzahl der Menschen damals lebte, wurden im 11. Jahrhundert die Häuser durchweg nach technischen Prinzipien gebaut, wie sie seit vorgeschichtlicher Zeit genutzt worden sind.
Holzpfosten die in die Erde eingegraben wurden, bilden das Gerüst der Wände, die aus Brettern oder lehmverschmiertem Flechtwerk gemacht wurden.
Steinbauten weisen auf das Vorhandensein eines herrschaftlichen Sitz hin, der sich so von den übrigen Häusern abhob.
Charakterischtisch ist dagegen der Steinbau seit dem 11. Jh. für die Burg. Sowohl in seiner einfachen Form als wehrhaften Turm, wie in seiner entwickelten Gestalt als wohnhafter Palas bestimmt er das Milieu der adligen Herren und Amtsträger.
Um die Burgen entstanden locker bebaute Großsiedlungen.
Arme und Reiche benutzten das gleich Geschirr.
In den Burgen finden sich jedoch regelmäßig Hinweise auf Formen der Freizeitgestaltung durch Brettspiele.